Die neue Schweizer Gastlichkeit
Editorial TEC21 8/2025
Die Schweizer Gastronomieszene boomt. Fünf Jahre nach der Coronapandemie sind die Neueröffnungen auf einem Hoch. Aus der Flut der Neu- und Wiedereröffnungen, oft gepaart mit Neu- und Umbauten, haben wir uns zwei Beispiele herausgepickt, die sich an zwei Enden des Spektrums befinden: Der Neubau des Hotels Maistra 160 in Pontresina, realisiert von Gion A. Caminada, ist ein ehrgeiziges Projekt, das das Hotelleriekonzept über die reine Beherbergung von Gästen hinaus in die Dorfgemeinschaft hineintragen will.
Architektonisch schlägt sich dies in einem Bau nieder, der unkonventionelle Räume wie etwa ein Kreativatelier oder einen Treffpunkt für die Dorfjugend enthält und dem in Bezug auf Innenausbau und Materialität nur wenige Grenzen gesetzt waren.
Auf der anderen Seite steht der Umbau eines Traditionsrestaurants im solothurnischen Niedergösgen. Die Pandemie stoppte die Pläne für einen Neubau und zwang Bauherrschaft und Architekten, das Projekt zu überdenken und mit dem Vorhandenen zu arbeiten.
Entstanden ist so ein unverwechselbares Restaurant, das die räumlichen Beschränkungen als Chance nutzt und die Qualitäten des Orts stärkt – auch, weil Schneider & Schneider Architekten und Jasmin Grego dabei über die Disziplinengrenzen von Architektur und Innenarchitektur hinweg zusammenarbeiteten.